Der Kommentar: Die Kinobetreiber sind gefordert. Ihr Armageddon muss zwar nicht heraufbeschwört werden. Trotz des aktuellen Einbruchs hielten sich die Kinos in den letzten Jahrzehnten gut, die Zahlen blieben langfristig stabil. Doch die neuerliche Minusbilanz ist ein Weckruf. Das Publikum hat heute mehr Alternativen denn je. Im Sommer locken Theater- und Musikfestivals, und an nassen Tagen konkurriert sich Hollywood selbst mit hochqualitativen Fernsehserien wie «Game of Thrones» oder «House of Cards». Ist dann noch Fussball-WM, sind die Lichtspielhäuser praktisch leer.

Den Kopf in den Sand zu stecken und auf ein Happy End zu warten, ist keine Lösung. Insofern sind antizyklische Investitionen in neue Kinosäle erfreulich, vielerorts auch dringend nötig. Noch immer verscheuchen viele Kinobetreiber ihre Kundschaft mit veralteten, viel zu engen Sitzreihen, schlechtem Ton und kleinen Leinwänden. Eine Preisdifferenzierung ist gefragt. Bereits länger laufende Filme in kleinen Sälen sollten entsprechend günstiger sein als der neuste Hollywood-Blockbuster im modernsten Saal.

Innovationen sind gefragt. Event-Anlässe wie Männer- und Frauenabende oder Vorführungen für Eltern mit Babys gibt es bereits. Gut so. Doch es braucht mehr, um auch die junge Whatsapp-Generation von der Magie des Kinos zu überzeugen. Viele Kinos bieten schon heute WiFi an. Dies gilt es auszunutzen, um das Publikum aktiv einzubinden. Wie wäre es mit einem Quiz vor Filmbeginn, bei dem die Zuschauer per Handy mitraten und eine Tüte Popcorn gewinnen können? Oder Publikumskritiken während der Pause auf der Leinwand? Nur auf Hollywood zu warten, reicht nicht – wie 2014 eindrücklich zeigt.

Mehr Themen finden Sie in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper