Der Kommentar: Die Schweiz ist ein reiches Land. Mit unserem Wohlstand sind wir weltweit ganz oben positioniert. Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass bei uns 260 000 Menschen Sozialhilfe beanspruchen müssen. Dazu kommen Arbeitslose, IV-Bezüger und Rentner, die Ergänzungsleistungen benötigen. Eine Gruppe von Menschen in der Grössenordnung der Einwohnerzahl von Aarau ist auf die private Hilfe von «Tischlein Deck Dich» angewiesen, um genug zu essen zu haben.

Die Schweiz ist ein reiches Land. Wir können es uns leisten, diejenigen Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen, zu unterstützen. Dennoch werden die Stimmen lauter, die die Sozialhilfe kürzen wollen. Und in den nächsten Jahren wird politisch um die Sicherung unserer Sozialwerke gerungen. Dabei geht es vor allem um Sparmassnahmen, die am Schluss dafür sorgen, dass Renten, AHV und die Sozialhilfe geringer ausfallen. Politiker, aber auch wir alle, sollten uns in Erinnerung rufen, dass das Fundament einer gesunden Demokratie auf einer solidarischen Gesellschaft beruht.

Sollte sich, wie allgemein befürchtet, die wirtschaftliche Lage verschlechtern, wird sich zeigen, wie weit unsere Solidarität geht. Und ob wir dann weiterhin bereit sind, diejenigen Menschen, die unsere Hilfe benötigen, finanziell so zu unterstützen, dass sie ein menschenwürdiges Leben führen können.

Und wir sollten nicht vergessen: Der Umgang mit notleidenden Menschen ist ein Gradmesser über den Zustand einer Gesellschaft.

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