Doch jetzt ist Sulzer der Umarmung des russischen Bären erlegen. Erlegt durch Viktor Vekselberg und seine Kumpanen. Die sich auch schon vorher die traditionsreiche Oerlikon anlachten. Dabei aber bisher noch nichts zu lachen hatten.

Saurer liess die Oerlikon bisher versauern. Und das wird wohl noch lange Zeit hinhalten. Da kann sich Vekselberg mit der fetten Beute Sulzer trösten und sich daran laben. Dass er dies über kurz oder lang auch tun wird, gilt in Börsenkreisen als sicher. Zu gross ist sein Kapitalhunger, nachdem er bei seinen Holdings in Russland gleich mehrere Schuhe voll rausgezogen hat.

Alusuisse ging seit ihrer «Abwanderung ins Ausland» durch mehrere ausländische Hände, Winterthur Versicherungen wurden von der Credit Suisse an die französische Axa verschachert, Sia Abrasives von der deutschen Bosch geschluckt, die SIG wird vom Antipoden aus Neuseeland kontrolliert.

Ich könnte noch ein weiteres Dutzend solider Schweizer Unternehmen aufzählen, die alle unter ausländischen Fittichen stehen. Es blutet mir das Herz, wenn ich daran denke, dass wir uns vor über 50 Jahren auf Rohner-Grenadier-Socken als elitäre Losone-Grenadiere die Tremola hoch zum Gotthard-Hospiz durchkämpften.

Stolz darauf, ein Schweizer Unternehmen zu propagieren. Heute würden wir uns für einen holländischen Besitzer abquälen.

Bei der Swiss Life nisten sich die Deutschen jeden Tag verstärkt ein, die Swiss Re weiss nicht mehr, wie sie die Warren-Buffett-Geister, die sie rief, je loswird. Die Bâloise wird ebenfalls aus dem grossen Kanton angeknabbert. Unsere einst mächtigen Grossbanken haben inzwischen nahöstliche und fernöstliche

Grossaktionäre, die sich nie mehr abschütteln lassen. Deren Geld und Zeithorizont verspricht nur eines: «Hier bin ich, hier bleib ich.»

Schweizer Analysten halten noch Dossiers von zwei Dutzend übernahmefähigen Schweizer Gesellschaften parat. Für kommende Ausländerinteressenten. In der Zwischenzeit verhökern die Schweizer noch schnell ihr Bankgeheimnis.

Der peitschenschwingende deutsche Kavallerist Peer Steinbrück wird es vereinnahmen. Und die Schweiz wird damit noch die letzte Hochburg der klassischen Swissness los. Für immer und ewig.