Der Kommentar: Unser Land ist für Filmdreharbeiten eigentlich prädestiniert. Innerhalb weniger Stunden ist man von Europas grösstem Wasserfall auf dem Gletscher in den Alpen oder bei den Palmen im Tessin. Eine einmalige Dichte potenzieller Drehorte.

Dennoch macht Hollywood einen Bogen um die Schweiz. Szenen, die hierzulande spielen, sei es bei «The Bourne Identity» oder «Sherlock Holmes», werden in Tschechien gedreht oder am Computer generiert. Dabei wäre es Gold wert, wenn Godzilla für einmal Zürich zertrampeln würde. Auch böse Aliens, die das Bundeshaus oder den Prime Tower in die Luft sprengen, wären willkommen. Und 007 dürfte ruhig wieder mal im Verzasca-Tal Bungee-Jumping betreiben, so wie 1995 in «Goldeneye».

Durch mehr Hollywood-Präsenz könnten sich Schweizer Touristiker so manche Kampagne sparen. Zudem würde die Schweizer Kreativwirtschaft gefördert. Hiesige Filmschaffende erhielten die Möglichkeit, ihr Know-how zu erweitern.

Der Bundesrat zielt mit der Schaffung des Förderprojekts «Film Standort Schweiz» in die richtige Richtung, auch wenn die dafür vorgesehen 7 Millionen Franken nicht weit reichen dürften. Doch das eigentliche Problem liegt in der starken Fragmentierung der Schweizer Filmindustrie. Es gibt zu viele Anlaufstellen für ausländische Crews – vom Bundesamt für Kultur über Schweiz Tourismus bis hin zu den kantonalen Film- und Tourismusbüros. Es fehlt ein zentrales Institut, wie es sie im Ausland zuhauf gibt, das Filmproduzenten aktiv umwirbt – und die Aliens und Monster ins Land holt.

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