Der Kommentar: Die Schweizer sind die glücklichsten Menschen der Welt: Das verkündeten Forscher am Donnerstag bei der Vorstellung des World Happiness Report 2015 in New York. Sie berücksichtigten Faktoren wie Einkommen, Lebenserwartung und gefühlte Freiheit. Die Zufriedenheit mit dem eigenen Körper untersuchten sie allerdings nicht.

Doch das eigene Aussehen ist es, das den 13- bis 15-jährigen Jugendlichen in der Schweiz Sorgen bereitet. Sie eifern den perfekten Körperidealen nach, die täglich über alle Kanäle verbreitet werden: jung, schlank, makellos. Zwar haben 80 Prozent der Teenager eine realistische Vorstellung, was eine normale Figur ist, doch viele vergleichen ihre Rundungen trotzdem mit den von der Modewelt vorgegebenen Körpermassen 90-60-90.

Nur gerade sechs von 10 000 Frauen haben eine solch schmale Taille. Und doch ist diese ausserordentliche Körperform vielen Modefotografen noch zu wenig schön. Seit 1990 die Software Photoshop auf den Mark kam, wird retuschiert, korrigiert und manipuliert bis zur vermeintlichen Perfektion. Heute erscheint kaum ein Foto, das nicht bearbeitet wurde. Das Abbild ist Vorbild: So sehr, dass es schockiert, wenn sich ein Model mit ein paar Sitzfalten am Bauch, Augenschatten und Dehnungsstreifen auf der Brust abbilden lässt.

Die Flut an bearbeiteten Bildern von scheinbaren Idealkörpern macht es Jugendlichen schwer, ein gesundes Verhältnis zum eigenen Körper zu entwickeln. Deshalb gibt es nur eines: Lernen, dass die Modebilder nicht der Wirklichkeit entsprechen. Nur so haben auch Teenager in der Schweiz die Chance, glücklich zu sein.

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