Das Dilemma für Merkel ist, dass der Wahlsieg sich als Pyrrhussieg herausstellen könnte, denn die SPD ist sehr zurückhaltend mit Koalitionsangeboten. Die Genossen können sich noch an die letzte grosse Koalition mit der CDU/CSU erinnern, die ihnen grosse Wählerverluste bescherte. Die SPD wird sich ihre Regierungsbeteiligung, der sie höchstwahrscheinlich nicht widerstehen kann, teuer bezahlen lassen, und das kann diesmal zum umgekehrten Effekt führen, nämlich, dass die CDU/CSU nach vier Jahren die Verliererin sein wird.

In Syrien ist Assad, der Volksmörder, mit dem Segen der UN zum grossen Sieger gekürt worden. Er muss in Zukunft nur darauf verzichten, seine Untertanen mit chemischen Waffen umzubringen. Wieso wundern wir uns, dass al-Kaida Fortschritte macht? Vielleicht wachen wir auf, wenn sie eines Tages vor unserer Tür steht. Aber dann ist es zu spät.

US-Präsident Obama macht beinahe verzweifelt anmutende Versuche, mit dem neuen Präsidenten im Iran, Rohani, Kontakt aufzunehmen. Iran ist der Staat, der viele, wenn nicht alle Konflikte und Kriege im Mittleren Osten kontrolliert oder finanziert hat. Wäre es da nicht angemessener, einmal abzuwarten, ob die Iraner es diesmal wirklich ernst meinen mit ihren Beteuerungen oder ob es nur wieder eine diplomatische Finte ist, auf die der Westen hereinfällt, während das Morden weitergeht.

Es ist in der Tat heute nicht mehr so einfach zu erkennen, wer die Gewinner und wer die Verlierer sind.

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