Der Kommentar: Noch nie hat ein Finma-Direktor derart scharf gegen ein beaufsichtigtes Institut geschossen. Mark Branson bezeichnete die Devisenmanipulationen als ein «Fall in noch nie da gewesener Dimension», als den «schwersten Fall, den wir je gesehen haben». Diese Emotionalität wirft Fragen auf.

Stimmt Bransons Einschätzung überhaupt? War der Skandal um unversteuerte Gelder nicht zumindest genauso schlimm? Oder der Libor-Skandal, der 2012 abgeschlossen wurde. War das nicht ebenso starker Tobak?

Branson selbst war lange bei der UBS tätig. Er war Finanzchef im Bereich Wealth Management unter Raoul Weil. Branson war auch Chef der UBS Japan und damit verantwortlich für das Tun eines gewissen Tom Hayes. Der Zinshändler war die zentrale Figur im Betrugsnetz. Ohne Hayes kein Libor-Skandal.

Wenn Mark Branson nun den Devisenskandal als «schlimmsten Fall» in der Geschichte der Bankenaufsicht einordnet, dann setzt er sich zumindest dem Verdacht aus, von seiner eigenen Vergangenheit ablenken zu wollen. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass Bransons Urteilsvermögen in Sachen UBS leicht getrübt ist.

Mehr Themen finden Sie in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper