Der Auslöser waren die überrissenen Geschäftsleitungsgehälter, welche die Aktionäre der betroffenen Gesellschaften jederzeit hätten stoppen können, es aber nicht taten. Jetzt werden Gesetze erlassen, die unser Land herausheben in den Grundsätzen der Unternehmensführung. Wird das ein gutes Beispiel für Europa sein – und werden andere Länder folgen?

Ich glaube nicht. Das EU-Parlament hat zwar vorgeschlagen, dass Bankboni nur 200 Prozent des Grundsalärs ausmachen dürfen, aber dieser Vorschlag ist natürlich viel einseitiger und nur indirekt vergleichbar mit unserem Entscheid. Wir haben entschieden, die Aktionäre von Privatunternehmen mit Gesetzen zu bevormunden, da wir ihnen nicht trauen, ihre Firmen selber richtig zu führen. Dies, obwohl die Aktionäre ihre Verwaltungsräte fast immer mit sehr grosser Mehrheit entlastet haben und es auch weiterhin tun werden.

In Zukunft werden bestenfalls die Generalversammlungen unserer Unternehmen länger dauern, weil es mehr abzustimmen gibt.

Am Grundproblem wird sich aber wenig ändern. Die Minderheitsaktionäre werden frustrierte Minderheiten bleiben. So ist das eben in einer Demokratie.

Im schlechtesten Fall werden Unternehmen andere Lösungen finden, um den Gesetzesfolgen auszuweichen, bis hin zur Verlegung des Firmensitzes. Wir werden nur mit tieferen Steuern im Vergleich zu anderen Länder dagegenhalten können. Aber da formiert sich schon die nächste internationale Front gegen uns. Eines steht mit Bestimmtheit fest: Wir werden tiefere Steuereinnahmen haben. Man sollte immer vorsichtig sein, was man sich wünscht.

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