Der Kommentar: Der Trend ist eindeutig. Drittmittel haben für die Universitäten stark an Bedeutung zugelegt. Ganze Abteilungen versuchen, externe Gelder zu gewinnen, sei es durch Spenden, Sponsoren oder Fonds. Auf der Jagd nach potenten Geldgebern bleibt die Öffentlichkeit aussen vor. Millionen-Verträge wie zwischen der Universität Zürich und der UBS wurden erst nach langem Streit offengelegt. Das schürt Misstrauen.

Die Universitäten scheinen bisweilen Getriebene zu sein. Getrieben von der Furcht, ohne Drittmittel aus den Spitzenplätzen der internationalen Rankings zu fallen. Getrieben von der Furcht, nach dem Ja zur Zuwanderungsinitiative irgendwann doch noch komplett von den EU-Fördergeldern ausgeschlossen zu werden. Auf der Strecke bleibt dabei das Wichtigste: die Transparenz.

Es darf nicht sein, dass Gelder des Pentagons an Schweizer Hochschulen fliessen, ohne dass die Öffentlichkeit Einblick in die Vorgänge erhält. Das gilt für die vom Bund finanzierte ETH genau wie für die kantonalen Universitäten. Würde die Hochschule bei Geldern aus Russland anders entscheiden? Oder erhalten die Universitäten längst weitere Finanzspritzen von anderen Regierungen? Darüber schwiegen die Verantwortlichen gewöhnlich. Dabei schafft nur Transparenz das nötige Vertrauen.

Ironischerweise sind die USA Vorreiter, wenn es um die Offenlegung von Informationen geht. Eine von der Regierung geführte Website weist aus, wohin Staatsgelder fliessen. Daran können sich die Hochschulen ein Beispiel nehmen. Sie sollten künftig Geldgeber offenlegen – und sich die Sinnfrage stellen. Im Zweifelsfall müssen sie auf Drittmittel verzichten. Universitäten sind ein Hort des Geistes, nicht der Gier.

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