Der Kommentar: Ein Familienvater stirbt vor den Augen seiner Frau und seiner Kinder auf dem Fussgängerstreifen – er wurde überfahren. Unfälle wie dieser vor einer Woche im Kanton Bern schockieren und lösen zu Recht neue Diskussionen um die Fussgängersicherheit aus. Doch diese sind fahrig. In der «Arena» diskutierten am Freitag Politiker und Experten über geeignete Massnahmen – doch eine entscheidende wird zurzeit ausser Acht gelassen: die Autotechnologie.

Zwar sind Sanierungen der Zebrastreifen oder härtere Strafen für Rowdys denkbare Ansätze, haben vermutlich aber kaum nachhaltige Wirkung. Gegen die dunkle Jahreszeit und die rutschigen Strassen bei eisigen Temperaturen können auch diese Massnahmen nicht helfen. Ausserdem wird es trotz aller Unglücksmeldungen weiterhin Autofahrer geben, die mit dem Handy am Ohr telefonieren oder schnell aufs iPhone schauen.

Und dann ist es schnell passiert. Wo der Mensch an seine Grenzen stösst, muss darum die Technik helfen. Intelligente Fahrassistenzsysteme, die Fussgänger erkennen, sind keine Hirngespinste einer fernen Zukunft. Es gibt sie bereits. Integrierte automatische Notbremsen werden nicht alle Unfälle verhindern können, doch weil sie schneller reagieren, gibt es weniger Schwerverletzte.

Die Politiker stehen also in der Pflicht, über den Tellerrand zu blicken. Es geht nicht nur um Fussgängerstreifen. Sondern sie müssen Technologien fördern. Sei es, indem sie die innovativen Ideen der Autobranche unterstützen oder mit konkreten Vorschriften, wie die einer serienmässigen Ausstattung. Das rettet möglicherweise mehr Leben als neuartige Zebrastreifen.

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