Länger gings echt nicht. Irgendwo zwischen Halbschlaf und Wachkoma vernahm ich mal eine gewetzte Analyse von Karli Odermatt («ä tüpischä Cöp-Fait, jetzt muss es Goal passiärä»). Dann hörte ich fern Beni Thurnheer zweifeln, ob die Teams wohl nicht doch etwas limitiert sind, und schlummerte sogleich in den nächsten Traum vom Papst, der in Afrika verkündete, dass die Verteilung von Parisern nicht die richtige Antwort im Kampf gegen Langeweile im Schweizer Fussball sei.

Ich träumte von Bayern-Fans, die mich verhöhnten, wie es denn sein könne, dass der FC Basel gegen Sporting Lissabon kein Tor erzielen konnte – die hätten ihr Champions-League-Ticket doch in der portugiesischen Tombola gewonnen! Ich träumte vom Züri-Zoo, der beim Tiger-Gehege die dicken Trennscheiben abmontieren musste, weil er dafür kein Baugesuch eingegeben hatte. Dann sah ich Heliane Canepa. Mit der linken Hand kraulte sie einen Tiger, mit der rechten bot sie einem Seehund einen Zug ihrer Zigarette an.

Verpasst habe ich offenbar gar nix. Ausser einem Tor, das angeblich keines hätte sein dürfen. Skandal! Betrug! Schiri Cyril Zimmermann kann froh sein, dass Guantánamo bald geschlossen wird, Bernard Challandes hätte ihn sonst persönlich dort abgegeben.

Von der Mutter abgestossene Jungtiere werden bei den Seehunden «Heuler» genannt. Ich erkläre unseren Fussball hiermit zu meinem persönlichen Heuler. Ja, du Heuler, du hast mich vergrämt und vergrault! Selber schuld! Die nächsten paar Wochen guck ich lieber Eishockey! Was bei Seehunden unmöglich ist, lasse ich mal offen: dass mein «Heuler» und ich wieder zueinanderfinden. Bis dahin reichen mir für den Wegbeschreib zum Schweizer Fussballstadion vier Worte: «Zum Friedhof – da lang!»