Antwort von Oswald Grübel: Ich glaube nicht. Aber die Geschichte lehrt uns, dass eine künstliche Währung oder ein Währungsverbund noch nie lange überlebt haben. Meistens sind sie nach 5 bis 25 Jahren wieder zerfallen. Wenn das geschehen würde, wäre es ein vernichtender Schlag für das heutige Europa und würde uns um über 60 Jahre zurückwerfen, politisch und wirtschaftlich.

Die Folgen wären für die heutige Generation unverständlich und inakzeptabel. Wirtschaftskriege würden unser Vermögen zerstören, unsere gewohnte Bewegungsfreiheit einschränken und wir würden den Beweis erbringen, dass die Europäer gemeinsam nichts zustande bringen – und deshalb unzuverlässig sind.

Die 17 Staaten im Euroraum sind zurzeit in einer Zerreissprobe. Wie kann man 17 Demokratien unter einer Währung vereinen, wenn man sich noch nicht einmal über ein gemeinsames Rentenalter einigen kann? Diese Frage ist natürlich nicht neu – sie wurde schon bei der Einführung des Euro gestellt –, wurde aber damals in der grossen Aufbruchstimmung in das neue Millennium zur Seite gefegt. Jetzt wird sich zeigen, ob wir Europäer zusammenhalten können, schon diesen Monat bei den Wahlen in Griechenland.

Für die EU gibt es keine Wahl: Sie muss, egal wie hoch die Kosten sind, ander gemeinsamen Währung festhalten. Alles anderewäre eine politische und wirtschaftliche Bankrotterklärung. Wenn der
Euro geht, dann geht auch die EU.

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