Heute tut die UBS solche Beträge als kleinen Buchungsfehler ab. So liess uns die Bank diese Woche in einer dürren Pressemitteilung wissen, dass sie «für das abgelaufene Geschäftsjahr aufgrund von Buchhaltungsfehlern» (!) den Reingewinn (!) nochmals um 405 Millionen Franken reduzieren müsse.

Dazu ein Banker hohntriefend: «Ich habe gar nicht gewusst, dass die einen Reingewinn erzielt hatten. Deren Buchhaltung muss ja ein reines Chaos sein, aber Kreativität kann man ihnen nicht absprechen.»

Da halte ich es mit dem alten Börsenspruch: «Vertrauen ist gut – kein Vertrauen ist besser!» Vollmundig nennt sich die UBS «die Bank Ihres Vertrauens». Wie wäre es mit dem neuen Slogan: «Die Bank Ihres Misstrauens»?

Tatsache ist, dass neben dem neuen zusätzlichen Verlust von 405 Millionen Franken auch das Eigenkapital um 269 Millionen Franken schmilzt. Die Kapitaldecke ist und bleibt dünn! Nimmt mich wunder, mit welcher Kreativität die UBS diese Kurve zur weiteren Kapitalbeschaffung kratzen will.

Der deutsche Kavallerie-Haudegen Peer Steinbrück lässt nichts anbrennen. Der Druck auf die Schweiz in Sachen Steueroase und Steuerflucht wird stetig erhöht.

Jetzt wird den Exponenten der UBS in Deutschland vor-geworfen, sie hätten aktiv die Steuerflucht – und was noch schlimmer ist – den Steuerbetrug ihrer Kunden unterstützt und gefördert. Seit dieser Ankündigung herrsche nackte Angst in den obersten Etagen, lasse ich mir von einem Insider melden.

«Das geht ans Lebendige. Die deutsche Kundschaft ist um ein x-Faches grösser als die amerikanische, die inzwischen schrittweise dem US-Steuervogt geopfert wird.» Und ein Privatbanker lässt mich wissen: «Da wird dem Schweizer Bundesrat die Arbeit zur Sicherung des schweizerischen Finanzplatzes nicht so schnell ausgehen.»

Umso mehr nicht, als Gerüchte aus Berlin melden, Steinbrück habe zwei Dutzend seiner Top-Beamten in die USA gesandt. Sie sollen dort in einer Schnellbleiche lernen, «wie man die Schweizer kurz und barsch weich klopfen kann». Da ist kein Frühlingsgezwitscher mehr!