Der Kommentar: Die spinnen, die Basler. Dieser Eindruck könnte in der Restschweiz entstehen bei der Fülle an Skandalen, welche die Region Basel bewegen. Basel, die Schweizer Hochburg der Korruption? Dieses Bild ist verzerrt. Richtig ist, dass mit den Begünstigungen der Vergangenheit aufgeräumt wird. Die nun aufgedeckten Verfehlungen haben eine lange Tradition mit vielen Mitwissern und Nutzniessern. Neu ist die Empörung, die sich über die Drahtzieher dieser Vetternwirtschaft ergiesst. Das Aufdecken hat eine Eigendynamik entwickelt.

Vor ein paar Jahren hätten die gleichen Enthüllungen keinen Aufschrei generiert. Der Baselbieter Finanzdirektor Adrian Ballmer (FDP) hätte wortreich erklärt, weshalb die Verteilung der Verwaltungsratshonorare juristisch absolut einwandfrei sei und das Thema wäre erledigt gewesen. Nun sitzt derselbe Ballmer zu Hause vor dem Computer und lädt sich den Bericht der Finanzkontrolle aus dem Internet, um sich ein Bild der Vorwürfe zu machen. Erstaunt reibt er sich die Augen. Das Wertesystem ist innert kürzester Zeit neu ausgerichtet worden. Wird nun genau hingeschaut, könnte die Basler Skandalwelle auch andere Kantone erfassen.

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