Der Kommentar: Als vor neun Monaten bekannt gegeben wurde, dass der damalige Radio-DRS-1-Programmleiter Christoph Gebel neuer SRF-Unterhaltungschef werden sollte, schüttelte mancher Fernsehkritiker den Kopf. Da lag die TV-Unterhaltung am Boden – und nun sollte ausgerechnet ein Radiomann die Abteilung auf Vordermann bringen.

Die Zweifler werden bald verstummen. Obwohl es im laufenden Jahr vor allem auszulöffeln gilt, was Ende 2010 von der früheren Unterhaltungschefin hinterlassen worden war, sind die neuen SRF-Unterhaltungsplaner seit Monaten und mit Hochdruck daran, das neue Fernseh-Jahr zu konzipieren.

Erste Kostproben liegen bereits vor. Am vergangenen Montag startete «Die Millionen-Falle», ein erprobtes Format, das als Lizenzproduktion ausgestrahlt wird. Im Oktober folgt mit «Check-In» eine aufwändige Eigenentwicklung. Beide Sendungen gehen vorerst in die Probierphase. Wenn sie den Publikumstest bestehen, werden sie ab 2012 zum festen Programmbestandteil.

Ein Beispiel für den neuen Schwung war auch der «Donnschtig-Jass». Roman Kilchsperger spasste sich vergangene Woche durch die Sendung mit dem Effekt, dass nicht nur mehr Zuschauer zuschauten als vor Jahresfrist, sondern vor allem viel mehr viel jüngere.

Gebel verspricht, schon nächstes Jahr mit neuen Moderatoren aufzuwarten. Ihm sind Durchhaltewillen und Standfestigkeit zu wünschen. Denn die Kritik an den namentlich noch nicht bekannten Nachwuchskräften ist vorprogrammiert. Das ist schliesslich das Geschäft der Kopfschüttler.


Mehr Themen finden Sie in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper!