Der Kommentar: Für Bruno Frick ist die Sache erledigt. Mit «Genugtuung» habe er vernommen, dass kein Verfahren gegen ihn eröffnet werde, teilte er am Freitag mit. Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf hatte ihm schon zuvor das Vertrauen ausgesprochen. Alles wieder gut? Kann Frick nun unbelastet in den Finma-Verwaltungsrat einziehen?

Nein. Einmal davon abgesehen, dass das Schwyzer Gericht die Staatsanwaltschaft noch zu einem Verfahren zwingen könnte, wiegt etwas anderes viel schwerer: Frick ist der falsche Mann.

Es muss klar festgehalten werden: Dem CVP-Politiker wurden keine Straftaten nachgewiesen. Frick macht Geschäfte, wie viele andere auch. Er berät als Anwalt saubere und weniger saubere Klienten. Er vertritt treuhänderisch die Interessen von Menschen, die nicht öffentlich auftreten wollen. Er sitzt in verschiedenen Firmen und Organisationen und nutzt sein dichtes Netzwerk zwischen Politik und Wirtschaft für Geschäfte. Und wenn ihm eine Bezahlung angeboten wird, nimmt er sie. Das darf man. Das ist nicht verboten.

Doch an einen Finma-Verwaltungsrat werden andere Ansprüche gestellt. Würden wir Marcel Ospel, der die UBS verspekuliert hat, in die Finma wählen? Auch er ist nicht vorbestraft. Wir würden es nicht, denn die Finma ist nicht nur eine formale, sie ist auch eine moralische Instanz. Finma-Verwaltungsräte sollten über jeden Zweifel erhaben sein, sonst wird auch an der Finma als Institution gezweifelt. Und diese Erhabenheit fehlt Bruno Frick.

Mehr Themen finden Sie in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper!