Solche Probleme wälzen wir, während in Beirut Autobomben explodieren, in Istanbul eine Regierungskrise ausbricht und sich Putin in Moskau als Begnadiger in Szene setzt.

Die drei Inland-News mögen belustigend sein, sie sind aber vor allem bezeichnend. Denn sie passen zur politischen Grosswetterlage, die Wirtschaftsführer zunehmend als «Überregulierung» kritisieren. Wenn die Regulierungswut auf dem Finanzplatz so weitergehe, so sagte ein Bankchef im vertrauten Gespräch, würden hierzulande weitere 10 000 Jobs ins Ausland verlagert werden. Der Chef einer Versicherung stellte folgenden Vergleich an: «Wir könnten den Strassenverkehr auch so regeln, dass es keine Unfälle mehr gibt: indem wir so viele Rotlichter aufstellen, bis alles stillsteht.»

Es überrascht nicht, dass die öffentliche Verwaltung so schnell wächst wie kaum eine Branche der Privatwirtschaft. Irgendjemand muss ja überwachen, dass keine Gartenzwerge aufgestellt werden. Überraschend ist allerdings das Ausmass des Stellenwachstums: In den letzten vier Jahren haben Bund, Kantone und Gemeinden allein im engeren Verwaltungsbereich – ohne Lehrer oder Krankenschwestern – rund 25 000 neue Beamte eingestellt. Und keiner scheints gemerkt zu haben. Im neuen Jahr setzt sich der Ausbau munter fort.

Der staatliche Stellenboom beschleunigte sich ab 2007. Kein Zufall: Dieses Jahr markiert den Beginn der Finanzkrise und das Ende von zwei Jahrzehnten der Deregulierung und Liberalisierung. So übertrieben diese damals war, so übertrieben ist nun die Gegenbewegung. So wie man vor zehn Jahren rufen wollte: Stoppt die Deregulierer!, ist man nun versucht zu fordern: Freiheit für die Gartenzwerge!

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