Der Kommentar: Das Pulverfass Bahrain erhitzt die Gemüter und sorgt zurzeit beim Formel-1-Tross in Schanghai für Nervosität. Der GP von China ist zur Nebensache geworden. Der Terror in Bahrain verunsichert. Angst macht sich breit. Niemand weiss, was im Inselkönigreich wirklich los ist. Fakt ist: Die Staatsmacht geht mit aller Härte gegen die Demokratiebewegung vor. Und nimmt Opfer in Kauf.

Und an diesem Ort will ab morgen der Formel-1-Tross seine Zelte aufstellen? Ein Wahnsinn! Die Formel 1 hat falsch entschieden. Der Grand Prix gehört abgesagt! Man stelle sich die Bilder vor: In der Hauptstadt Manama Tränengaswolken, explodierende Granaten, Panzer und angeschossene Zivilisten. Und 40 Kilometer nebenan in Sakhir Boxenluder, Cüpli schlürfende Diven und steinreiche Scheiche, die überbezahlten Lenkrad-Virtuosen zuklatschen. Schlicht abstossend und völlig daneben.

Vor einem Jahr wurde das Wüstenrennen abgesagt. Zu instabil war die Lage. Warum das Rennen 2012 wieder in den WM-Kalender aufgenommen wurde, wissen wohl nur der selbstherrliche F1-Promotor Bernie Ecclestone und sein Kumpel, FIA-Präsident Jean Todt. Nachdem die FIA grünes Licht gab, meinte Ecclestone: «Wir freuen uns auf Bahrain. Dort ist alles ruhig, alles friedlich, alles bestens.»

Zynischer gehts kaum. Typisch Ecclestone. Den gerissenen Taktiker, skrupellosen Strippenzieher und zwielichtigen Geschäftsmann interessieren nur zwei Dinge im Leben: Geld und Macht. Moral ist ihm fremd. Sie hat in der Königsklasse keinen Platz.

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