Der Kommentar: Der Schweizer Immobilienmarkt läuft seit Jahren auf Hochtouren. Die Zuwachsraten an ausgegebenen Hypotheken sowie die Preise für Wohnungen und Einfamilienhäuser übertreffen das Wirtschaftswachstum. Dass diese Entwicklung auf lange Sicht nicht nachhaltig ist, scheint einleuchtend. Einleuchtend ist deshalb auch, dass Nationalbank und Finanzmarktaufsicht nicht müde werden, den Warnfinger in die Höhe zu recken.

Zahlreiche Massnahmen zur Einschränkung des Wachstums wurden bereits ergriffen. Bekannt sind die Verschärfung der Vergabekriterien oder die Einführung des sogenannten antizyklischen Eigenkapitalpuffers für Hypotheken, was für die Banken die Vergabe von Hypotheken verteuert. Die Massnahmen zeigen Wirkung: Das Hypothekenwachstum flacht ab, gleichzeitig kühlen die Wohnbaupreise in gewissen Regionen und Segmenten ab. Vieles deutet auf eine weiche Landung des Schweizer Immobilienbooms hin.

Doch die Finma scheint der Abkühlung nicht zu trauen. Sie will direkt bei den Haushalten ansetzen und die Leute dazu zwingen, schneller ihre Hypotheken abzuzahlen. Dieser jüngste Vorschlag wird von den Banken und den Immobilienprofis scharf kritisiert. Das überrascht nicht. Sie verdienten sich in den vergangenen Jahren eine goldene Nase in diesem Geschäft. Doch so einfach ist es nicht: Die jüngst vorgeschlagenen Eingriffe bergen tatsächlich das Risiko, den Immobilienmarkt an die Wand zu fahren. Die Preise könnten unkontrolliert ins Rutschen geraten. Das wäre eine behördlich sanktionierte, aber gleichwohl fatale harte Landung.

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