Der Kommentar: Kaum zieht Alexander Pereira jammernd den Kopf ein («Ich habe es nicht verdient, dass man mit mir so umgeht»), schlagen alle auf ihn ein: Die «Weltwoche» schimpft ihn Diktator, Online-Kommentare «grössenwahnsinnigen kranken Hund» und sein Zürcher OpernhausFinanzchef bekennt: «Mit Pereira am Steuer hat sich das Auto oft in halsbrecherischer Fahrt durch die Kurven bewegt.» Egal, hielte bloss das für seine Wiederwahl zuständige Kuratorium zu ihm. Doch man hat genug von seinen (Subventions-)Forderungen, von seinen Erpressungen («dann gehe ich halt nach Mailand») und Falschaussagen. Jetzt soll er sein Programm 2014 reduzieren oder selbst finanzieren.

Erstaunlich, dass derselbe Mann in Zürich 21 Jahre lang auf Händen getragen wurde, das Budget von
74 auf 134 Millionen Franken, die Subvention auf 75 Millionen und seine Bezüge auf eine Million hochschrauben konnte. Doch in seiner Loge sitzend versprachen sich viele Glanz aufs blasse Haupt: VR-Präsident Josef Estermann oder sein Regierungs- und Verwaltungsrat Markus Notter – ganz zu schweigen von seinen Marionetten, den Wirtschaftsgrössen.

In Salzburg traf Pereira nicht auf Kopfnicker, sondern auf Persönlichkeiten, solche Widerrede kannte Pereira aus Zürich nicht. Doch aus der Kuratorenangst spricht nicht nur Pereira-Antipathie, sondern auch allgemein unsere Zeit: Vorbei die Tage der vergoldeten Budgets, heute nimmt man Abzocker-Initiativen an. Das «immer Mehr» der One-Man-Show Pereira ist ein Relikt der 1990er-Jahre. Nun wünscht Pereira bei der Kandidatensuche ironisch «viel Glück» und sagt, dass nur einer wie er diesen Job machen könne. Er vergisst, dass Salzburg 2011 ohne ihn tolle Festspiele erlebte. Das Budget lag bei 50 Millionen Euro, 2013 bei 60 Millionen.

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