Synchron schütteln beide den Kopf, wenn ein Freisinniger das Wort ergreift. Das Thema der Sendung: Die Bonus-Exzesse – und die Weigerung des Ständerats, bei der staatlich gestützten UBS Lohn-Obergrenzen einzuführen.

Die Juso-SVP-Koalition zeigt, wie die Wirtschafts- und Marktkrise die klassische Links-Rechts-Ordnung durcheinan-derwirbelt. Ich stehe im «Arena»-Studio unweit von Hans-Peter Portmann, einem Bankdirektor und FDP-Mann. «Populismus, Populismus!», ruft er, wenn ein Linker oder ein Rechter seine Gilde kritisiert.

Ja, es ist auch Populismus mit im Spiel. Wie immer in der Politik. Aber diesmal reicht das Problem tiefer.

Es brodelt nicht nur am Stammtisch. Es brodelt in der ganzen Bevölkerung. Linke Studentinnen, konservative Gewerbler, liberale Juristen, SVP-nahe Büezer – überall, wo man hinhört, tönt es gleich. Die Auswüchse vor allem in der Bankenwelt, deren Folgen jetzt alle ausbaden müssen: Sie sind das Thema. Nichts anderes provoziert so viele Leserbriefe und Blogs wie das.

Viele in der CVP und der FDP haben noch nicht gemerkt, was es geschlagen hat. Sie schätzen die Stimmung falsch ein – auch die Stimmung in ihrer eigenen Wählerschaft. Im Fall der CVP zeigt sich die Fehleinschätzung daran, dass sie eine Spende der UBS annimmt und jetzt überrascht ist, dass es Parteiaustritte gibt. Ja, es geht bloss um 150 000 Franken. Aber den Bürgern geht es eben ums Prinzip.

Wenn CVP und FDP sich gegen schärfere Regulierungen wehren wie eh und je, wenn sie nichts tun gegen Lohn-Exzesse – dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis die erste Initiative angenommen wird, die viel weiter geht als das, was die Mitteparteien heute verhindern. Entsprechende Volksbegehren sind bereits angekündigt.