Wir reden uns ein, dass künftig alles besser wird. Die «Wirtschaftsweisen» in Deutschland sind überzeugt, dass ihre Wirtschaft 2014 mehr als viermal so stark wächst wie 2013, nachdem sie ihre Wachstumsvorhersage fürs laufende Jahr gerade halbieren mussten.

Die Aktienmärkte machen fast täglich neue Rekorde, weil die Zentralbanken auf Druck der Politik immer wieder bestätigen, dass die Tief- oder Nullzinspolitik noch lange beibehalten wird. Leider hat diese Strategie seit 2009 nicht viel gebracht, abgesehen von boomenden Finanzmärkten, billigen Hypothekarkrediten, steigenden Staatsschulden und dem Gefühl, dass alles gut werden wird.

Die Reichen haben von den Finanzmärkten profitiert, aber noch mehr Menschen sind vom Staat abhängig geworden. Die Politik in Europa verspricht den Bürgern höhere soziale Absicherungen, höhere Mindestlöhne und Renten, mehr Gerechtigkeit (was immer damit gemeint ist) und alles Mögliche sonst, um wiedergewählt zu werden. Schulden zu machen, kostet ja fast nichts.

Das alles läuft unter dem Vorwand der Ankurbelung der Wirtschaft. Über die ständig steigenden Staatsschulden spricht niemand mehr, die Banken werden weiterhin verteufelt als die «Schuldigen» und mit Vehemenz nationalisiert, um den Staat und die Wirtschaft vor ihnen zu schützen. Der Zustand der Euphorie ist meist von kurzer Dauer, aber am schönsten und ausgeprägtesten kurz vor dem Ende. Schaun wir mal, wie es in sechs Monaten aussieht.

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