praxis darstellt.

Der Kommentar: Im Kampf um Steuermilliarden schaltete die Europäische Union diese Woche einen Gang höher. Sie verlangt von der Schweiz ultimativ Gespräche über «schädliche Steuerpraktiken». Vordergründig geht es um die unterschiedliche Besteuerung von in- und ausländischen Holdings
in der Schweiz.

Doch im Kern ist die jüngste Demarche ein Angriff auf die Steuerhoheit der Kantone. Denn wenn die Schweiz den Verhaltenskodex der EU zur Unternehmensbesteuerung übernehmen würde, ist es mit der Selbstbestimmung der Kantone vorbei. Dagegen muss sich die Schweiz wehren. Die Kantone sollen selber über die angemessene Holding-Besteuerung entscheiden dürfen.

Doch José Manuel Barroso, der Präsident der EU-Kommission, will diese Selbstbestimmung schleifen. Gleiches will er übrigens mit seiner Forderung nach «Eurobonds» erzwingen. Gemeinsame Staatsanleihen bewirken eine beispiellose Vergemeinschaftung von Staatsschulden.

Damit irrt Barroso. Selbst in der Schweiz muss jeder Kanton einzeln auf dem Kapitalmarkt Geld besorgen. Unsere «Eurobonds», die «Eidgenossen», finanzieren den Bund und nicht die Kantone. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel wehrt sich zu Recht für mehr Selbstbestimmung. Es ist zu hoffen, dass das auch die Schweizer Bundesräte tun werden.

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