Ein paar tausend Kilometer westlich, in Pittsburgh, debattierten die 20 wichtigsten Staaten gleichzeitig über die nuklearen Gefahren, die von Iran ausgehen – und über die Konsequenzen, die es hat, wenn der Mullah-Staat Raketen mit immer grösserer Reichweite baut.

Zurück nach Bern. Dort ereiferten sich Parlamentarier tagelang über die Frage, ob man nun 330 Millionen aufwenden soll, um Langzeitarbeitslose zu unterstützen und die Kurzarbeit zu verlängern. Offenbar hat man gegenüber dem ursprünglichen Vorschlag etwa 70 Millionen Franken gespart und darf stolz sein, dass das Schweizer Defizit auch in der Krise bescheiden bleibt. Gleichzeitig besprechen die Mächtigen der G-20 die Wirkung ihrer Konjunktur-Programme, die über Hunderte von Milliarden Franken gingen.

Die G-20 sind es, welche die Schweiz im letzten Frühjahr zur Aufgabe des Schweizer Bankgeheimnisses im bisherigen Sinn zwangen – und ihr gleichzeitig den Einsitz in ihrem Gremium verwehren. Bundespräsident Hans-Rudolf Merz beklagte dies letzte Woche in New York bitterlich. Statt mit Barack Obama in Pittsburgh zu dinieren, musste er sich mit einem Treffen mit Gaddafi bescheiden.

Einziger Schweizer Vertreter am Treffen der G-20 war Philipp Hildebrand von der Nationalbank. Die hat nämlich eine Vorreiterrolle in der Bewältigung der Finanzkrise, ihre Vorschläge sind richtungweisend und darum wird er international ernst genommen. Ich wünschte mir, die Schweizer Politiker könnten das auch von sich sagen. Doch dafür müssten sie sich mehr mit den relevanten Themen beschäftigen und Tiefgang mit Hintergrund statt nur Klamauk bieten.