Der Kommentar: Es ist ein Evergreen unter den Forderungen. Trotzdem ist die Aufregung jedes Mal gross, wenn die Lehrer mehr Lohn für ihre Arbeit fordern. Im vergangenen Jahr sollten die Löhne sogar um 20 Prozent steigen. So waren auch die Ergebnisse der diese Woche veröffentlichten Lehrerumfrage wenig überraschend: Weniger Reformen und – wie immer – mehr Lohn sollten her.

Dabei verbirgt sich hinter der Umfrage eine wichtige Erkenntnis, die der Lehrerverband nicht ausser Acht lassen darf: Es gibt wichtigere Faktoren als den Lohn, um die Zufriedenheit der Lehrer zu steigern. Wie sonst lässt es sich erklären, dass ausgerechnet die Lehrpersonen auf tiefster Stufe, die Kindergärtnerinnen, die höchste Zufriedenheit aufweisen, während Gymi-Lehrer weit dahinter liegen? Ginge es nach dem Lohn, wäre der Fall klar, denn an der Mittelschule verdienen die Lehrpersonen in der Regel deutlich besser.

Viel entscheidender ist das Pensum. Wer Teilzeit arbeitet, ist in der Regel zufriedener. Daran können sich auch Männer ein Beispiel nehmen. Die Zeiten als «Alleinernährer» einer Familie sind ohnehin vorbei. Frauen sind längstens in allen Bereichen vertreten. Und wo sie es noch nicht sind, wie in den Verwaltungsräten der grossen Unternehmen, wird künftig eine Quote dafür sorgen – zumindest in Deutschland. Es mag kontraproduktiv klingen, in Phasen des Lehrermangels ein kleineres Pensum zu bewerben. Doch Quereinsteiger, darunter auch viele Männer, könnten diese Lücke schliessen. Denn es gilt, einen weiteren wichtigen Faktor zu berücksichtigen, den die Lehrer selber immer wieder anführen: Je zufriedener und motivierter die Lehrperson, desto besser ist die Lernleistung der Schüler.

Mehr Themen finden Sie in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper