Der Kommentar: In einem klapprigen Oldtimer fuhr sie vor, gekleidet in einem schlichten Satin-Kleid des schwedischen Designers Pär Engsheden und dem Diadem, das schon ihre Mutter Silvia vor genau 34 Jahren bei ihrer Hochzeit getragen hatte.

Die Gäste fuhren im Bus vor und schritten über einen blauen Teppich. Märchenhochzeit auf schwedische Art. Vor dem gesamten europäischen Hochadel gaben sich Kronprinzessin Victoria und der Bürgerliche Daniel Westling in der Storkyrkan in Stockholm in einer sehr emotionalen Trauung das Ja-Wort. Und nicht nur die Gäste wischten sich Tränen aus den Augen, auch der Bräutigam.

Dabei hiess es, aus Schwedens Monarchie sei die Luft draussen. Und das nicht nur dort. Die europäischen Königshäuser gelten als Anachronismus der Moderne, schlicht als Auslaufmodell, das nur die Staatskosten belastet. Und doch säumten rund eine halbe Million Menschen die Strassen Stockholms, und viele Millionen aus der ganzen Welt verfolgten die königliche Hochzeit vor dem Bildschirm.

Victoria und Daniel haben bewiesen, dass wir die Monarchie brauchen. Und sei es nur, um unsere Sehnsucht nach Romantik, Märchenwelt und Emotionen zu stillen. Schliesslich mutet die Geschichte der Kronprinzessin und ihres Bräutigams so romantisch an, als hätte Walt Disney persönlich das Drehbuch geschrieben. Eine Art Aschenputtel Geschichte – aber mit umgekehrten Vorzeichen. Da kommt ein ganz bescheidener Fitness-Trainer und erobert das Herz der Prinzessin. Sie ertrotzt gegen alle Widerstände die Hochzeit – und kann endlich glücklich werden.

Mit ihrer warmen, berührenden Art haben Victoria und Daniel immer wieder das höfische Zeremoniell durchbrochen und gezeigt, dass Monarchie durchaus zeitgemäss sein kann und nicht abgehoben sein muss.