Erwachsen an die WM

Die Nachricht: Die Schweizer Fussball-Nationalmannschaft ist nach dem 2:1-Sieg in Albanien für die WM 2014 in Brasilien qualifiziert.

Der Kommentar: Die Pubertät ist eine aufregende Zeit. Eine emotionale Zeit auch, voll mit heftigen Gefühlsschwankungen. Manchmal liegt nicht viel zwischen himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt. Das Schweizer Fussballnationalteam steckt in einer Phase der Pubertät. Es ist nicht mehr blutjung, aber auch noch nicht erfahren.

Mit der souveränen WM-Qualifikation hat dieses Team einen ersten Meilenstein erreicht. Das verdient Lob. Und es ist auch unerheblich, dass keine Grossmacht wie Deutschland, Spanien, Italien oder Holland im Weg stand. Es war eine Qualifikation voller Höhen und Tiefen. Vier Auswärtssiege waren dabei, aber auch Rückschläge wie das 0:0 in Zypern oder das 4:4 gegen Island. Typisch Pubertät eben. Aber: Von solchen Erlebnissen – und da gehört für unsere Stars mit kosovarischen Wurzeln auch die Erfahrung der Spiele gegen Albanien dazu – wird die Schweiz in Zukunft profitieren.

An der WM hat das Team nun die Möglichkeit, zu beweisen, dass es erwachsen wird. Es warten stärkere Gegner als in der Qualifikation. Aber das muss kein Nachteil sein. So hat diese pubertäre Schweiz zuletzt auch gegen Deutschland oder Brasilien gewonnen. In Testspielen zwar. Aber immerhin.

Vor gut einem Jahr, vor Beginn der WM-Qualifikation, schrieb die «Schweiz am Sonntag»: «Ronaldo, die brasilianische Glücksfee, hat der Schweiz bei der Auslosung mit dieser Qualifikations-Gruppe einen wunderbaren Steilpass gespielt – jetzt muss nur noch das Tor erzielt werden.» Es wurde ein Traumtor. Eines, das die Fans zum Träumen bringt. Nicht gerade vom WM-Titel. Aber warum nicht erstmals in der Geschichte den Halbfinal erreichen?

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