Wie gehen wir damit um? Verweigern können wir uns den Schreckensnachrichten nicht, zu präsent sind sie. Spätestens wenn die Kinder zu Hause fragen, was da eigentlich passiert sei, gibt es kein Ausweichen mehr. Doch sind die Menschen deswegen verängstigter als früher? Begegnen Sie im Alltag vor allem Leuten im Angst-Modus?

Der Eindruck ist ein anderer: Es herrscht Ernsthaftigkeit, nicht Angst. Man informiert sich, verkriecht sich nicht ins Schneckenhaus. Es wird weiterhin gereist, aber man bucht Spanien statt Ägypten. Die Franzosen sind in vielerlei Hinsicht ein gespaltenes Volk, stehen aber geschlossen hinter dem Anti-Terror-Kampf von Regierung, Militär und Polizei. Und die Türken – das ist das Positive am Putschversuch – haben Mut bewiesen, indem sie auf die Strasse gingen und den Militärs zeigten, dass sie keine Armee-Herrschaft wollen.

Die Menschen haben ein Stück weit gelernt, mit Terrorismus und all den Krisen, die uns seit 9/11 begleitet haben, umzugehen. Doch die Unbeschwertheit ist weg, die nach dem Ende des Kalten Krieges in den 1990er-Jahren in der Luft lag und damals eine ganze Generation geprägt hat (sie wurde eher unpolitisch). Nun ist es die Ernsthaftigkeit, die prägend wirkt. Es geht nicht mehr wie damals um Luxusprobleme, sondern um existenzielle Fragen: Wie leben wir in Sicherheit und zugleich in Freiheit? Wie drängen wir den Islamismus zurück? Wie sichern wir unseren Wohlstand? Welche Werte braucht es, um zu Europa zu gehören? In solchen Zeiten wird man sich, gerade in der Schweiz, bewusst, was man zu verlieren hat.

Mehr Themen finden Sie in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper