«Mit der Stoppuhr in der Hand,
stand der Bartsch am Pistenrand,
schaute traurig auf die Uhr,
wo bleib’n die Österreicher nur?»


Der Kommentar: Der Klamauk-Hit der Ersten Allgemeinen Verunsicherung traf die Ehre einer Skination. Die Österreicher erlebten an der WM 1987 die grösste Pleite der Geschichte. Cheftrainer Dieter Bartsch durfte sich auf der Strasse nicht mehr zeigen. Dafür eilten die Schweizer Skirennfahrerinnen und Skirennfahrer mit 14 Medaillen von Erfolg zu Erfolg. Die Frauen holten alle fünf Titel, die Männer drei. Der damalige Frauen-Chef sah sein Bett nur stundenweise. Das ist normalerweise keiner Erwähnung wert. In der gegenwärtigen Zeit, wo die Skiszene als Dorado der Schluckspechte dargestellt wird, sei die Feststellung erlaubt – ohne das Problem zu bagatellisieren.

25 Jahre später reisst in Crans-Montana zweimal einer die Kastanien aus dem Feuer, der im nächsten Winter nicht mehr dabei ist. Eigentlich ist Didier Cuche unentbehrlich, stellt Swiss-Ski-Präsident Urs Lehmann lakonisch fest. Cuche selber betrachtet sich eher als Opfer jener Erfolgswelle: «Uns sind zwischen 1998 und 2005, als es nicht so gut lief, jene Erfolge immer unter die Nase gerieben worden.» Als ihm Peter Müller, einer der Helden von damals, mal gratulierte, lehnte er den Handschlag ab. Wehmütige Erinnerungen von Nostalgikern lösen bei ihm Ärger und Wut aus.

Beat Feuz, die neue Leaderfigur, ist da unbelastet. Er ist drei Tage nach Abschluss jener WM geboren worden. «Ich habe die Live-Übertragung knapp verpasst», flachst der Emmentaler. Vielleicht gut so.

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