Der Kommentar: Der Schweizer Spitzensport leidet unter der Gewalt durch «Fans». Das ist unbestritten. Doch das Problem ist viel kleiner, als es die Öffentlichkeit wahrnimmt. 97 Prozent derjenigen, die Fussballspiele besuchen, fühlen sich vor, während und nach den Spielen sicher. Nur jene, die selten bis nie im Stadion sind, sprechen von kriegsähnlichen Zuständen an Fussball- und Eishockeyspielen. Das hat drei Gründe:

1. Medien berichten nur bei negativen Vorfällen über das Geschehen rund um die Spiele.

2. Einzelne Politiker nutzen Fangewalt, um sich zu profilieren. Karin Keller-Sutter wurde unter anderem deshalb beinahe Bundesrätin.

3. Die Fans verweigern sich weitgehend der öffentlichen Debatte. Ihnen fehlt die Lobby.

Dies soll die Fangewalt nicht ausblenden, aber relativieren. Wo sich Tausende Jugendliche treffen, entstehen Konflikte. Um deren Eskalation zu verhindern, braucht es erstens eine sinnvolle Fanarbeit, wie es die Fussballvereine in Zürich, Basel, Bern und Luzern seit Jahren erfolgreich praktizieren.

Und zweitens griffige Massnahmen: Die Fangruppen konsequent voneinander trennen, aus der Distanz kontrollieren und deeskalierend vorgehen. Bern hats vorgemacht: Da haben Polizisten ihre Helme und Schilder abgelegt und suchen als «Dialogteams» rund um das Stadion das Gespräch mit den Fans.

Im Hintergrund halten sich Einsatzkräfte in Schutzmontur, für den Fall, dass die Situation eskaliert. Sie ist auch die einzige Polizeistelle, welche auch regelmässig Medienmitteilungen verschickt, wenn ein Hochrisiko-Spiel friedlich verlaufen ist. Mit diesen Massnahmen will sie die Debatte versachlichen. Dies sind Schritte in die richtige Richtung.

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