Wichtig ist nur, dass sie sich bewegt.» Und da gibt es wenig zu beklagen. Tagesschwankungen von 3 bis 4 Prozent lassen das Herz des Traders höher schlagen. Aber auch der Anleger gewinnt wieder Vertrauen, weil die Börse mit grossen Umsätzen vermehrt ihr Gleichgewicht sucht.

Das Positivste der Woche ist sicherlich die Tatsache, dass der SMI über der 5000er-Barriere schloss. Damit hat er sich – wenigstens vorerst – von den Ausverkaufs-Tiefstkursen der Vorwochen erholt.

Die breit gefasste Erholung zeigt aber auch, dass bei den Anlegern ein grosses Anlagepotenzial schlummert. Banker sprechen gar von einem Anlagenotstand: «Noch nie war so viel Kapital hungrig auf der Lauer nach geeigneten Anlagen.»

Leider spricht einiges dafür, dass es sich nur um einen kurzen Ausflug in alte Börsenzeiten handelt. Zu erdrückend sind die negativen Fakten. Jeden Tag werden in der Schweiz 150 bis 200 Beschäftigte in die Arbeitslosigkeit entlassen.

Neben ebenso vielen, die vorerst noch mit Kurzarbeit durchgefüttert werden. Die Exportindustrie wird im 1. Quartal katastrophale Ausweise bringen. Ein Einbruch, wie er seit dem Zweiten Weltkrieg nie mehr gesehen wurde. Nicht wenige Firmen werden fürs ganze Jahr in negative Zahlen rutschen.

Es sind die nächsten Wochen, die den Moment der Wahrheit bedeuten, wenn täglich Q-1-Zahlen veröffentlicht werden. Sie lassen sich nämlich noch mit den Vorjahresquartalszahlen vergleichen. Damals strotzte die Wirtschaft noch vor Gesundheit, am Konjunkturhimmel tauchten nur erste Wolken auf.

Es gilt nun klar, die wenigen Gesellschaften, die dem Desaster trotzen, zu erkennen. Sie werden auch weiterhin erfolgreich überleben und prosperieren, während das Gros für lange Zeit nur vegetieren wird. Die Börse wird unter grösseren Volatilitäts-schwankungen hin und her gerissen sein.

Ich bin aber der Meinung, dass eine weitere Tauchstation angesagt ist. Über kurz oder lang. Behalten Sie kühlen Kopf: Verkaufen Sie die Verlierer, kaufen sie die Gewinner. Nur so können Sie endlich wieder Licht am Ende des Tunnels sehen.