Der Kommentar: Die Gegner der Einheitskasse machen momentan Fehler über Fehler. Die Krankenkassen verbreiten in ihren Kundenzeitschriften einseitige Propaganda gegen die Volksinitiative, obwohl der Bund von ihnen verlangt hat, sich politisch neutral zu verhalten.

Diese Woche machte sich der Internetvergleichsdienst Comparis mit einem «Einheitskassen-Prämienrechner» zum Propagandadienst der Gegner. Er behauptet, Versicherte mit hoher Franchise oder einem alternativen Versicherungsmodell würden nach dem Systemwechsel höhere Prämien zahlen. Diese Behauptung stützt sich auf ein Parteigutachten der Einheitskassengegner, das zu grossen Teilen widerlegt ist.

Dabei könnten die Gegner viel gelassener sein. Eine Umfrage, die sie selbst in Auftrag gegeben haben, zeigt, dass die Chancen der Einheitskasse stark gesunken sind. Das ist gut so. Denn am 28. September geht es nicht um die fragwürdige Propaganda der Gegner, sondern um einen grundlegenden Systemwechsel, der unsichere Folgen hat.

Selbst die Initianten räumen ein, dass es zehn Jahre dauern wird, bis die Einheitskasse wirklich steht. Das wird Milliarden kosten und die Ressourcen des gesamten Gesundheitswesens binden. Und das, obwohl die Verwaltungskosten der Krankenkassen nur 5 Prozent ausmachen. Viel gescheiter wäre es, die Energien einzusetzen, um die restlichen 95 Prozent in den Griff zu kriegen, also die Kosten der Spitäler, Ärzte und Medikamente.

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