Die neuste Bevölkerungsbefragung und internationale Rankings zeigen klar: Zürich ist als Wohn- und Arbeitsort sehr beliebt und auch unter erschwerten Bedingungen gut unterwegs. Zürich bietet höchste Lebensqualität – und Zürich wächst. Die Zahl der Arbeitsplätze steigt. Das ist erfreulich. Wachstum bringt aber auch Herausforderungen mit sich, bei den Investitionen in die Infrastruktur und in die Bildung. Auch wenn der finanzielle Spielraum enger geworden ist: Panikmache ist fehl am Platz. Die Stadt ist solide aufgestellt und hat noch mehr als 600 Mio. Franken Eigenkapitalreserven. Eine Leistungsüberprüfung ist in Arbeit, mit dem Ziel, diese nicht aufzubrauchen. Als Stadtpräsidentin wehre ich mich gegen weitere Steuergeschenke auf übergeordneter Ebene, die Gemeinden und Städte auszubaden haben. Alleine die Unternehmenssteuerreform III hätte für uns einen Steuerausfall von initial 300 Mio. Franken zur Folge. Das darf nicht sein, denn es stellt unabdingbare öffentliche Leistungen infrage. Gute Leistungen sind etwas wert, und sie kosten.

Zürich zeichnet sich aus durch seine Offenheit und Vielfalt. Diese Qualitäten will ich pflegen. Zusätzliche bezahlbare Wohnungen sichern die soziale Durchmischung. Denn Wohnen in Zürich darf nicht einfach eine Frage des Portemonnaies sein. Menschen aus rund 170 Nationen zeigen jeden Tag, dass das gute, friedliche Zusammenleben bei uns funktioniert. Mit ihren Ideen, ihrem Engagement und ihren unterschiedlichen Mentalitäten bereichern sie die Stadt. Abschottung, wie sie die Masseneinwanderungsinitiative will, ist der falsche Weg.

Ich setze mich dafür ein, dass Zürich eine attraktive Kulturstadt bleibt. Investitionen in die Kultur sind Investitionen in Zürichs hohe Lebensqualität. Davon profitieren alle und Zürich bleibt attraktiv für Menschen, die hier leben, und Unternehmen, die hier wirtschaften. Insbesondere für Zukunftsbranchen ist ein ausgezeichneter Wissens- und Forschungsplatz essenziell. Unseren renommierten Fach- und Hochschulen wollen wir gute Bedingungen bieten. Die Grundlagen werden in einer zeitgemässen Volksschule geschaffen. Dafür und für eine qualitativ gute und ausreichende ausserfamiliäre Kinderbetreuung engagiere ich mich. Das Kindeswohl und gute Startchancen für alle Kinder sind mir wichtig. Darum will ich klug investieren und im Budget Prioritäten setzen; durch Abwägen, was Zürich unbedingt braucht und was auch eine Nummer kleiner geht.

Ich habe sehr grosse Freude an meiner Arbeit und will mich auch in den kommenden vier Jahren als Stadtpräsidentin mit vollem Engagement für unsere Stadt einsetzen. Zürich ist eine grossartige Stadt, und sie soll es für alle bleiben.

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