Der Kommentar: Ist ein Einbruch eigentlich ein Kavaliersdelikt? Fast könnte man es meinen. In neun von zehn Fällen kommen die Täter davon, und wenn sie doch gefasst werden, sind sie meist schon kurz darauf wieder auf freiem Fuss. Das darf nicht sein. Einbruch: Das bedeutet Hausfriedensbruch, meist Sachbeschädigung, und es wird Eigentum entwendet. Einbruch: Das bedeutet oft auch psychische Probleme bei den Opfern. Wer dunkle Gestalten im Schlafzimmer erlebt hat, wird lange nicht mehr gut schlafen können.

Einbruchopfer fühlen sich zunehmend nicht ernst genommen. Polizisten, die zur Spurensicherung vorbeikommen, weisen schnell mal darauf hin, dass die Täter schon über alle Berge sind und nicht mehr gefasst werden können. Das gibt das Gefühl von Ohnmacht. Warum werden nur 11,9 Prozent der Fälle aufgeklärt, wenn bei Tötungsdelikten eine Aufklärungsrate von 91,5 Prozent möglich ist?

Eine Ursache ist im Kriminaltourismus zu suchen. Organisierte Banden überrollten vergangenes Jahr die Schweiz regelrecht. Bei der Fahndung und den nachfolgenden Ermittlungen sind der Polizei oft die Hände gebunden. Sie muss Festgenommene nach nur 24 Stunden schon wieder laufen lassen.

Es ist wichtig, nicht nur die Klagen der Einbruchsopfer, sondern auch der Polizeikorps ernst zu nehmen. Rechtliche Schlupflöcher für Kriminaltouristen müssen gestopft werden. Und wenn die Bevölkerungszahl so stark wächst, ist es auch nicht überrissen, wenn die Polizeikorps entsprechend verstärkt werden. Es geht hier nicht um gewerkschaftliche Forderungen. Sondern um die Sicherheit.

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