Doch wer wusste schon, dass in der Schweiz jährlich 2091 Jugendliche Gewalttaten begehen – nämlich Morde, Vergewaltigungen, Raub und Körperverletzung? Und dass zwei Drittel der Täter bereits rückfällig sind?

Schockiert waren die meisten Beobachter auch, als vor ein paar Wochen die FCZ-Fans nach dem verlorenen Spiel gegen Basel randalierten. Oder als man die Bilder nach dem Maiumzug sah, bei dem angeblich linke Kinder völlig grundlos Steine schmissen. Jetzt würde endlich gehandelt, hiess es nachher. Doch braucht es nun offenbar vier Jahre, bis die Polizisten und Politiker endlich genügend Sitzungen und Reisen machen konnten, um etwas Entscheidendes zu ändern.

Peinlich ist es, wie die UBS und mit ihr mittlerweile das ganze Schweizer Bankensystem in den USA vorgeführt werden, nur weil ein paar Exponenten des alten UBS-Managements nicht genug bekommen konnten von immer höheren Milliarden-gewinnen und den damit verbundenen Boni.

Dass damit amerikanische Gesetze gebrochen wurden, war den Herren lange Zeit egal. Man versprach auch weiter fette Gewinne, auch wenn man schon lange wusste, dass man bald Geld vom Staat brauchte. Wenn nun der ehemalige Compliance-Chef einer Grossbank sagt, man habe am Paradeplatz die ausländischen Gesetze lange Zeit nicht ernst genommen, verwundert auch das nicht mehr.

Die Sorglosigkeit, mit der in verschiedenen Gebieten mit dem Strafrecht umgesprungen wird, ist zu einem ernsthaften Problem für das Zusammenleben in der Schweiz und
für unser Image im Ausland geworden. Ein Umdenken ist angesagt.