Der Kommentar: Die SVP-Spitze wollte eigentlich den Zuger Berater Thomas Aeschi als Bundesrat, bekommen hat sie den Waadtländer Weinbauern Guy Parmelin. Aber das dürfte erst der Anfang einer Geschichte sein, die ganz anders endet als von den Parteistrategen geplant.

Im Verteidigungsdepartement VBS gibt es viele Milliarden zu verteilen, und die bürgerliche Mehrheit möchte am liebsten, dass es noch mehr werden. Wohlan, das kommt den Romands, die im Departement zuletzt nur die Brosamen abkriegten und Nachholbedarf anmelden, gerade recht. Einen Viertel vom Kuchen mindestens fordern sie ein. Sie wissen: Mit dem Kuchen wird auch der Viertel dicker, den sie von Minister Parmelin jetzt erwarten. Ausgerechnet Ueli Mauer, der neue Finanzminister, wird sich gegen allerlei Begehrlichkeiten wehren müssen.

Das wird nicht einfach für den Zürcher, plant die SVP doch, in der Romandie kräftig zu wachsen. Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft, grosse schaffen neue Freunde. Also ist Guy Parmelin voll auf SVP-Linie, wenn er den Romands tüchtig zu mehr Einfluss und Geld verhilft. Wenn er etwa statt dem billigen schwedischen Gripen den teureren französischen Rafale kauft, welcher der Westschweizer Industrie am meisten neue Geschäfte bringt. Die Welschen werden es der SVP auf Rappen und Heller zurückbezahlen; in Form von Wähleranteilen.

Man wirft der SVP immer vor, sie spalte das Land. Das Gegenteil ist richtig. Dank Guy Parmelin kann sie den Röstigraben zuschütten. Mit Fränkli.

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