Auch in der Schweiz gibt es Frauen als Chefinnen, obschon sie in Unterzahl sind. Der Frauenanteil stagniert seit einigen Jahren – auch in der Politik. Rollenmuster ändern sich langsam. Das zeigt auch die Tatsache, dass trotz neuem Namensrecht die grosse Mehrheit der Frauen bei der Heirat den Namen des Mannes annimmt.

Während wir über Frauen in Führungspositionen und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie reden, erscheinen Debatten um Handschlag, Schwimmunterricht und Kopftuchträgerinnen an Schulen wie von vorgestern. Doch sie sind hochaktuell. Wenngleich diese Themen nur an wenigen Schulen ein Problem sind: Ihre Symbolkraft ist stark, in Politik und Medien nehmen sie viel Raum ein, wie am Freitag auch die «Arena» zeigte. Ihr Titel lautete: «Angst vor dem Islam».

Ein Tiefpunkt ist der Entscheid einer Baselbieter Sekundarschule, den wir heute publik machen. Nachdem sich zwei muslimische Schüler geweigert hatten, ihrer Klassenlehrerin die Hand zu geben, entschied die Schulleitung, dass die Begrüssungstradition von den Muslimen nicht eingehalten werden muss. Ein Handschlag – eine Zumutung für Oberstufenschüler? Das ist falsch verstandene Toleranz und setzt ein inakzeptables Signal. Was kommt als Nächstes? Das Recht muslimischer Schüler, nur von Männern unterrichtet zu werden? Getrennte Klassen für Mädchen und Buben?

CDU-Politikerin Julia Klöckner sagte nach dem Imam-Vorfall noch einen anderen Satz. «Nicht Deutschland muss sich ändern, sondern manche Zuwanderer.» Diese Feststellung ist ohne Einschränkung auch für die Schweiz gültig.

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