Der Kommentar: Ich werde den Moment nie vergessen. Der 15-jährige Samuel stand zwei Wochen nach seiner Lungentransplantation freudenstrahlend in der Parkanlage des Unispitals Zürich. Zum ersten Mal könne er in seinem Leben wieder richtig durchatmen. Ein unbeschreibliches Gefühl sei das, sagte er zu mir. Als Samuel damals vom Spital erfuhr, dass man ein passendes Organ für ihn gefunden hat, sei er zu den Eltern gerannt und habe gerufen: «Juhui, sie haben eine Lunge für mich.»

Samuel hatte Glück. Für hundert Menschen gibt es jährlich nichts zu jubeln. Sie sterben, weil es in der Schweiz zu wenig Spendenorgane gibt. Jetzt kommt aus, dass diese Misere mit einfachen Massnahmen behoben und die hohe Todesziffer minimiert werden könnte. Eine davon ist die Einsetzung von Organmanagern in Schweizer Spitälern. Allein dies würde die Anzahl der Organspenden verdoppeln.

Es ist ein Skandal, dass unsere Gesundheitsdirektoren in der deutschen Schweiz sich gegen die Einsetzung und Bezahlung dieser «Organ-Jäger» stemmen. Vor allem mit der Begründung von Sparmassnahmen. Das ist einfach nur zynisch.

Der Chef von Swisstransplant und Facharzt für Herzchirurgie, Franz F. Immer, wünscht sich in Sachen Organspenden ein wenig spanische Mentalität. Dort sei auf Todesanzeigen sogar vermerkt, dass der Tote seine Organe gespendet hat.

So weit müssen Sie nicht gehen. Aber Sie können sich schon heute einen Spenderausweis besorgen und damit in Zukunft Leben retten. Im wahrsten Sinne des Wortes ein Geschenk mit Herz.

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