Der Kommentar: Das Bundesamt für Gesundheit BAG ist bei der Grippe-Impfung grandios gescheitert. Bis Ende dieses Jahres wollte es eine Durchimpfungsrate von 75 Prozent bei den Risikogruppen erreichen. Und beim Pflegepersonal eine solche von 50 Prozent. Erreicht hat es gerade mal die Hälfte des avisierten Ziels. Die Schweiz, ein einig Volk von Impf-Gegnern.

Damit bleibt die Schweiz, nicht nur bei der Grippe, ein Impfentwicklungsland. Dass die Grippe eine ernstzunehmende Infektionskrankheit ist, die jedes Jahr zwischen 100 000 und 300 000 Personen ins Bett zwingt, ist bekannt. Ebenso, dass daran zwischen 400 und 1000 Menschen sterben. Zahlen und Fakten belegen zudem, dass die Grippe-Impfung wirksam ist und Erkrankungen verhindert.

Trotzdem steigt die Impfmüdigkeit. Wer hat daran Schuld? Paradoxerweise die, die uns den Stich in den Arm empfehlen. 2009 malten das BAG und die Weltgesundheitsorganisation den Teufel in Form einer Schweinegrippe-Pandemie an die Wand. Die Folge: Arztpraxen wurden gestürmt. Es gab Hamsterkäufe beim Grippemittel Tamiflu und Mundschutzmasken. Die Panikmache entpuppte sich als Bumerang. Die Glaubwürdigkeit der Gesundheits-Experten war im Keller.

Aber jetzt gibt es einen Lichtblick für die Gesundheitshüter. Beim Tierseuchen- und Epidemiengesetz outet sich ein Teil der Impfgegner. Es sind fundamentalistische Kreise mit Verbindungen zu rechten Patrioten. Ihre Argumente gegen das Impfen sind abstrus. Hier können BAG und Impfbefürworter in Zukunft mit einer sachlichen Informationspolitik verlorenes Terrain wieder gutmachen. Die Panikmache sollen sie dieses Mal den Gegnern überlassen.

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