Der Kommentar: Die Trennung sei, hiess es offiziell, «im besten gegenseitigen Einvernehmen» vereinbart worden. Der Rüstungschef erhielt, wie in solchen Fällen üblich, eine Abgangsentschädigung von einem Jahr.

Nein, bei diesen Verlautbarungen ging es nicht um Ulrich Appenzeller. Sondern um Jakob Baumann. Mitte 2010 kündigte Ueli Maurer den Rücktritt des damaligen Rüstungschefs an. Der Internationalist Baumann war für Maurer ein rotes Tuch. Fünf Monate später präsentierte Maurer Ulrich Appenzeller als neuen Rüstungschef. Dieser war Leiter Immobilien von Armasuisse. Auch Appenzeller hielt sich nur gerade drei Jahre im Amt. Dann wurde das Arbeitsverhältnis aufgelöst. «Einvernehmlich» selbstverständlich. Mit einem Jahresgehalt als Abfindung.

Ueli Maurers Personalpolitik irritiert. Im Gegensatz zu Baumann war Appenzeller seine persönliche Wahl. Appenzeller gilt zwar als sympathische und «gmögige» Person. Dass das alleine nicht reicht, sollte sich aber bald zeigen. Appenzeller wird als schwacher und zu wenig engagierter Chef beschrieben. Dass ausgerechnet der Rüstungschef kein Englisch spricht, ist mehr als ein Schönheitsfehler.

Appenzeller selbst hatte, wie aus seinem Umfeld verlautet, genug vom «Hüst und Hott» Ueli Maurers. Was über den Verteidigungsminister erzählt wird, muss bei dem die Alarmglocken läuten lassen: Maurer sei ein schwer les- und verstehbarer Einzelkämpfer. Er sende unklare Signale. Was dazu führe, dass im Departement jeder mache, was er wolle.

Maurer weiss, dass er im Gegenwind steht. Eine seiner grossen Stärken ist die Fähigkeit zur schonungslosen Selbstkritik. Diese Fähigkeit wird er benötigen, will er das VBS wieder auf Kurs bringen.

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