Der Kommentar: Es geht nicht um Einkaufsverhältnisse wie in den USA, wo Detailhändler wie Walmart den Kunden die ganze Nacht Kaffeebohnen, Küchengeräte und Kanus verkaufen. Spätestens um 23 Uhr ist laut Schweizer Bundesgesetz Schluss – abgesehen von Ausnahmeregelungen wie zum Beispiel für Tankstellenshops.

Allerdings sind heute die Gesetze in zu vielen Kantonen restriktiver. An Werktagen müssen die Geschäfte teilweise schon um 18.30 Uhr schliessen, an Samstagen um 16 Uhr. Dabei wäre eine Liberalisierung ein Mittel, um Stellen zu sichern. Laut dem Lebensmittelhändler Volg haben längere Öffnungszeiten Filialen vor der Schliessung bewahrt. Da sollten die Gewerkschaften aufhorchen.

Denn zurzeit häufen sich die Geschäftsaufgaben. Die Hauptgründe sind fast immer die gleichen: die Online-Konkurrenz und der Einkaufstourismus. Daher braucht der stationäre Handel mehr Spielraum. Die Einkaufsgewohnheiten haben sich geändert, die Nachbarländer Frankreich und Italien haben die Ladenöffnungsgesetze liberalisiert, und die Onlineshops sind sowieso 24 Stunden offen.

Der kantonale Flickenteppich bei der Regelung der Öffnungszeiten ist ein Relikt und gehört abgeschafft.

Gleichzeitig müssen die Gewerkschaften dafür sorgen, dass nicht nur der Händler und die Kundschaft auf ihre Kosten kommen. Wer bis spät abends oder sonntags arbeitet, soll entsprechend entschädigt werden. Zudem braucht es einen sozialverträglichen Schichtplan, die dem Personal die verdiente zusätzliche Ruhezeit einräumt.

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