Der Kommentar: Die Initiative «Stopp der Überbevölkerung – zur Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen» will die Zuwanderung pro Jahr auf 0,2 Prozent der ständigen Wohnbevölkerung beschränken. Das wären derzeit rund 16 000 Personen. Diese starre Grösse macht die Ecopop-Initiative zu einem wirtschaftspolitischen Selbstmordkommando, weil die Schweizer Unternehmen nie und nimmer mehr zu den qualifizierten Arbeitskräften aus dem Ausland kämen, die sie für erfolgreiches Geschäften eben auch brauchen. Eine der Folgen, neben dem Totalschaden an den Beziehungen zu unseren europäischen Nachbarn, wäre die Abwanderung von Unternehmen und Arbeitsplätzen ins Ausland.

Zwar hat die SVP im August mit 298 gegen 80 Stimmen klar Nein gesagt zur Ecopop-Initiative. Aber mit dem pausenlosen Gerede von Bundesrat und Parlament, die den «Volkswillen» sowieso missachten und die Masseneinwanderungsinitiative sowieso nicht umsetzen wollten, ruft die SVP Geister, die sie nicht so schnell wieder loswird. So bereitet man den Nährboden, auf dem Initiativen gedeihen, die konkrete Zahlen nennen und die «denen in Bern oben» Aufträge erteilen, die sie nicht umgehen können.

So gesehen, sollte das klare Ja der rechten Basisbewegung Auns zur Ecopop-Initiative eine Warnung sein. Es ist die logische Folge des aktuell dominierenden Diskurses. Es müsste den Akteuren aller Lager jetzt immerhin klarmachen, wie brandgefährlich die Situation ist. Kommt am 30. November noch einmal ein Volks-Ja heraus, schafft sich die Erfolgs-Schweiz zweifellos gleich selbst ab.

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