Der Kommentar: Die Angst vor Technologie ist nun wirklich nichts Neues. In der ersten industriellen Revolution kämpften Textilarbeiter gegen Statusverlust und stürmten Maschinen. Aber schon griechische Mythen warnten vor unkontrollierbaren Folgen. Nicht ganz so steinalt, aber doch sehr kalter Kaffee sind die Entwarnungen von Ökonomen.

Was neue Technologien an Arbeitskräften am einen Ort überflüssig machten, werde später andernorts wieder gebraucht. Bauern verliessen ihre Felder und arbeiteten in Fabriken. Fabrikarbeiter tauschten ihre Plätze am Fliessband ein gegen einen Büroschreibtisch. Und so werde es weitergehen, solange es noch menschliche Bedürfnisse zu decken gelte.

Diese «Alles wird gut»-Theorie lehnt der amerikanische Ökonom und Historiker Bradford DeLong ab. Er stellt ihr «Peak Horse» entgegen. Vom Pferd, so DeLong, hätten Ökonomen um 1900 genauso sagen können, für seine Arbeitskraft werde es immer nützliche Tätigkeiten geben, solange es menschliche Bedürfnisse zu befriedigen gelte. Doch habe der Bestand an Pferden in den USA seinen Höhepunkt in den 1910er-Jahren überschritten und liege heute dramatisch tiefer.

Was, wenn es dem Mensch auch so ergehe, fragt DeLong. Dieser sei bisher immer gefragt gewesen, weil jeglicher nicht menschliche Ersatz seiner Arbeitskraft immer von seiner Intelligenz gelenkt werden musste. Ob das nun die Wassermühle oder die Töpferscheibe, die Spinnmaschine oder das Montageband gewesen sei. Seine Angst sei, dass es dieses Mal anders sei. Dass Maschinen dieses Mal menschliche Intelligenz ersetzen. Wie das Pferd, so der Mensch?

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