Der Kommentar: Skycart. Smart Shuttle. Starship. Das ist nicht das Vokabular eines Science-Fiction-Films. Das ist die Zukunft der Schweizerischen Post. Skycart heissen die Drohnen, mit denen die Post derzeit testweise Pakete durch die Luft fliegt. Smart Shuttle sind die selbstfahrenden Postautos, die in einem Probebetrieb durch Sion kurven. Starship ist der Name der Lieferroboter, die versuchsweise in Bern, Köniz und Biberist über die Trottoirs wackeln. Die Post investiert auch in E-Commerce, E-Voting und E-Health. Es geht um Plattformen für Online-Shops, Abstimmungssysteme und Gesundheitsdaten. Zu erwähnen sind vielleicht noch die Paketautomaten «My Post 24», die den Schalter überflüssig machen sollen.

Post-Chefin Susanne Ruoff setzt auf neue Dienstleistungen, weil sie ihr Kerngeschäft in der Online-Welt untergehen sieht. Anstatt sich dagegen zu wehren, versucht sie den Sprung ins digitale Zeitalter. Die meisten Projekte werden scheitern. Doch wenn Ruoff schon nur in einem Bereich der Durchbruch gelingt, könnte sich der Aufwand gelohnt haben.

Ob die Post mit den grossen Vorhaben im Zukunftsgeschäft erfolgreich ist, lässt sich noch nicht beurteilen. Fest steht erst, dass sie mit kleinen Vorhaben im Kerngeschäft gescheitert ist. Sie ist nicht imstande, einen Briefkasten, der einen Kilometer ausserhalb eines jurassischen Dorfes liegt, in ihr Verteilnetz einzubinden. Als sich ein Bauer beschwert, beauftragt die Post nicht etwa ihr Zukunftslabor am Hauptsitz in Bern damit, eine innovative Lösung für einen optimierten Service zu erarbeiten. Stattdessen delegiert sie den Fall an ihre Rechtsabteilung und schaltet ihre Anwälte ein. Mit dieser Denkweise werden Skycart, Smart Shuttle und Starship nie abheben.

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