Nur Gutgläubige werden ihrem Vorhaben zustimmen. Die Sozialisten wollen die Grossbanken kontrollieren, weil sie immer alles kontrollieren wollen, und die Kapitalisten in der SVP haben Angst, dass der Staat die Grossbanken eines Tages tatsächlich retten muss. Also kommt man zu der naheliegenden Idee, das internationale Geschäft infrage zu stellen, weil dort zuletzt viel verloren wurde.

Natürlich ist es letztlich der Entscheid der Politik, was für Banken sie im eigenen Land haben will. Aber es ist naiv zu glauben, dass Banken, die sich nur im Inland betätigen, sicher sind. Das Bankgeschäft kann von seiner Natur her nie sicher sein, da Banken Geld ausleihen, in der Hoffnung, es wieder zu bekommen. Die Immobilienkrise der 90er-Jahre scheint schon vergessen zu sein. Das internationale Geschäft der Banken abzutrennen würde auch die Schweiz international bedeutungsloser machen.

Gerade die zwei Grossbanken haben sehr viel dazu beigetragen, Exportmärkte für unsere Industrie zu erschliessen. Sie waren schon in China, als die Industrie noch nicht einmal davon träumte. Eine Verlagerung ihres internationalen Geschäftes ins Ausland wäre sehr nachteilig für die heimische Wirtschaft und sollte deshalb verworfen werden. Die Auslandsrisiken der Grossbanken werden heute mehr denn je beaufsichtigt und sind viel kleiner als noch vor ein paar Jahren. Die Verlustgefahr besteht eher im Inland.

Auch der Wunsch, nur Banken im eigenen Land zu haben, die klein genug sind, um pleite zu gehen, kann nur durch Planwirtschaft erreicht werden, und wir alle wissen ja, wohin das führt. Hoffen wir, dass uns der Geist der Erleuchtung nicht ganz verlassen hat.

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