Eine nüchterne Auslegeordnung zeigt, dass sich Gewitter- und Sturmwolken in regelmässigen Wellen über uns er-giessen könnten. Die Unbekümmertheit der letzten Wochen wird bald durch eine realistische Betrachtung abgelöst werden!

Donnergrollen ist angesagt, die Zündschnur glimmt.
Sorgen belasten die Banken und Finanzgesellschaften. Zu-dem haben sie sich den Unmut der Öffentlichkeit zuge-zogen. Die Banken sind und bleiben vorerst die Prügel-knaben der Nation. Gleichzeitig hat das Bankgeschäft Einbussen erlitten, die noch jahrelang nachwirken werden.

Bankaktien werden weiterhin das untere Ende der Kurstafeln zieren. Wenn Sie nicht zu den sturen Bankfans gehören, sollten Sie diese Aktien auch weiterhin meiden. Das Er-holungspotenzial ist und bleibt vorerst beschränkt.

Bei der UBS können ab übermorgen Dienstag die vom Bund gehaltenen Aktien gewandelt werden. Ein Ausstieg aus der temporären Bankbeteiligung wäre vielleicht staatspolitisch wünschbar. Aber unser rechnerisch veranlagter Finanz-minister wird sich wohl vorerst aufs Zinslipicken be-schränken. 12,5 Prozent «sicheren» Zins auf 6 Milliarden sind für die Bundeskasse ein Segen.

Zunehmende Arbeitslosigkeit und schlechte Quartals-ergebnisse werden den Börsenenthusiasmus schon bald dämmen. Da kann es sich lohnen, sich defensiv auf krisen-resistente Branchen und Titel zu konzentrieren.

Die Krise hinter sich gelassen haben die Versicherungs-gesellschaften. Mit der Elimination der Sünden in wilden Finanzoperationen und der Rückbesinnung auf das tra-ditionelle Versicherungsgeschäft haben sie die Voraus-setzungen für einen Branchenaufschwung geschaffen.

Die allgemeine Verunsicherung hat zu einer grösseren Versicherungs- und Absicherungsnachfrage geführt. Das wiederum erlaubt die schrittweise Erhöhung der Prämien. Gute Voraussetzungen für einen Wiederaufschwung.

Meine weiteren Favoriten für die kommende Zeit bleiben neben den Versicherungswerten Lonza, Syngenta, Holcim, Sonova und Meyer Burger. Sie alle werden kommende unsichere Zeiten in Ihrem Portefeuille abfedern.

In diesen schwierigen Zeiten ist Substanzerhaltung weiterhin oberstes Gebot. Die Substanzvermehrung kommt dann von selbst in einer zweiten Phase.