Zeitungsredaktionen tönt so: «Ihr bringt zu viel Negatives!»

Auch der «Sonntag» berichtete ausführlich über Stellenabbau in Unternehmen, über die Libyenkrise, über die Angriffe auf den Schweizer Finanzplatz. Und heute machen wir Missbrauchsfälle in der Kirche publik. Wir schreiben über diese unerfreulichen Themen – nicht weil sich «bad news» besser verkaufen (Kioskzahlen belegen eher das Gegenteil), sondern weil sie wichtig sind.

Diese Woche aber gab es für einmal eine Fülle von «good news». Natürlich die Goldmedaillen für Simon Ammann, Didier Défago und Dario Cologna. Aber nicht nur dies. Die beiden Gaddafi-Geiseln dürfen endlich wieder hoffen: Spanien und Deutschland setzen sich für die zwei Schweizer ein. Und Finanzminister Merz präsentierte einen Überschuss im Bundeshaushalt von 2,7 Milliarden Franken – für das Krisenjahr 2009, in dem andere Länder unter gewaltigen Defiziten ächzen oder gar beinahe kollabieren, wie Griechenland.

In diesem «Sonntag» finden Sie weitere «good news». Bei der Arbeitslosigkeit kommt die Wende zum Besseren früher als erwartet: Der Arbeitsmarktchef des Bundes sagt ein Ende des Job-Abbaus voraus (Seite 22). In Deutschland gibt es von höchster Stelle Widerstand gegen den Kauf von geklauten Bankdaten – vom Präsidenten des Rechtsausschusses im Bundestag (Seite 6). Und Wissenschafter sind überzeugt, dass die Lebenserwartung hierzulande weiter steigen wird (Seite 41).

Friedrich Dürrenmatt hielt nichts von Happy Ends, weil diese gegen die Lebenserfahrung seien: Schliesslich endet jedes Leben mit dem Tod. «Nur Märchen haben ein Happy End», fand er.

Diese Woche der «good news» aber hat ein Happy End – mit der zweiten Goldmedaille des grossartigen Simon Ammann gestern Abend. Die Olympischen Spiele von Vancouver:
Sie werden für die Schweiz zum Märchen!