Der Kommentar: Für einmal ist nicht die Nachricht als solche von Bedeutung. Dass die BKB sich als Depotbank sträflich nachlässig um das mutmasslich betrügerische Geschäftsgebaren der ASE gekümmert hat, ist bekannt. Ebenso, dass sie für die Geschädigten 50 Millionen Franken bereitgestellt und organisatorische Massnahmen getroffen hat.

Von Bedeutung ist die Art und Weise, wie die Finma ihre Aufgabe als Aufsichtsbehörde wahrgenommen hat. Sie macht der Bank klare Auflagen und stellt sie auch für die Zukunft unter erhöhte Beobachtung. Damit konterkariert sie das Bild einer zahnlosen Behörde, das sie zuweilen abgibt.

Aus der Verfügung, die der «Schweiz am Sonntag» vorliegt, geht überdies hervor, dass die Finma es genau wissen wollte. Akribisch zeichnet sie nach, wie es zu den Verstössen gekommen ist. Sie unterscheidet zwischen BKB-Abteilungen, die aufklären wollten, und solchen, die vertuschten – und zeigt, dass sich die Letzteren fünf lange Jahre durchsetzten.

Die Finma benennt auch die Motivation für das Verhalten der Bank und ihrer Mitarbeiter: Das Geschäft mit der ASE war einfach zu lukrativ, um genau hinsehen zu wollen. Insgesamt resultierte für die Bank ein Reingewinn von knapp 13 Millionen Franken. Es ist nicht überraschend, dass sich jene Bankverantwortlichen am vehementesten für die ASE einsetzen, deren Bonus direkt an dieses Geschäft gekoppelt war. Auch dies hat die Finma exemplarisch seziert. Und damit macht sie ihre Verfügung zu einem allgemeingültigen Lehrstück.

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