Der Kommentar: Rick Nash und Joe Thornton gaben gestern Abend beim HC Davos ihren viel beachteten Einstand gegen die Rapperwil-Jona Lakers. Nash und Thornton sind nur 2 von bisher 13 Spielern, die normalerweise ihr Geld in der nordamerikanischen Profiliga NHL verdienen, wegen des Streits zwischen der Spielergewerkschaft und der Liga um einen neuen Gesamtarbeitsvertrag aber in der Schweiz angeheuert haben.

Die Chance ist gross, dass das Kontingent von Edelsöldnern noch kräftigen Zuwachs erhält. Zuletzt wurde spekuliert, dass der kanadische Superstar Steve Stamkos zum HC Lugano wechselt. Sollte Stamkos in die Schweiz kommen, wäre das für unsere Liga ein riesiger Gewinn. So ein Transfer würde auch in Nordamerika hohe Wellen werfen und wäre wertvolle Publicity für das Schweizer Eishockey.

Nach anfänglichen Bedenken ist mittlerweile die Hälfte der zwölf NLA-Klubs auf den NHL-Zug aufgesprungen. Der Hype ist aber auch mit Risiken verbunden: Die meisten Klubs stecken finanziell in engen Hosen. Selbst wenn diese Spieler, wie oft kommuniziert, ausserhalb des Budgets und von Privatpersonen finanziert werden, so bleibt doch ein fader Nachgeschmack – besonders dann, wenn im kommenden Sommer wieder über negative Betriebsergebnisse gejammert wird.

Interessant wird sein, wie sich die Kloten Flyers verhalten werden. Sie überlebten im Sommer nur dank des rettenden Eingreifens von Philippe Gaydoul, profitierten aber unter anderem auch vom Goodwill der Steuerbehörden. Was passiert also, wenn die Flyers in den kommenden Tagen die Verpflichtung eines oder mehrerer NHL-Spieler bekannt geben? Die Verlockung aus Nordamerika hat eben auch ihre Tücken.

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