Der Kommentar: Der Nahe Osten ertrinkt im Blut der dort lebenden Minderheiten, die das Ziel islamistischer Organisationen wie IS, Hamas, Jabhat Al-Nusra, al-Kaida und anderen sind.

Christen in der Region stehen tagtäglich im Zentrum von Massenmord und ethnischen Säuberungen. Sie sind mit Gräueltaten wie Vergewaltigungen, Raub, Zwangskonvertierungen, Exil, der Schändung und Zerstörung von Kirchen, der Entführung von Nonnen und der Kreuzigung von Mönchen konfrontiert – all dies in den Gemeinden ihres historischen Ursprungs. Kinder, Frauen und ältere Menschen werden enthauptet, oft vor den Augen ihrer Familienmitglieder, wobei diese von den Terroristen verschont werden oder nicht. Einige können in den Westen entkommen, aber viele haben dafür nicht die notwendigen Mittel.

Die zurückbleibenden Christen leben am Rand der muslimisch-arabischen Gesellschaft und sind ihrer Grundrechte beraubt. Ihr Eigentum wird gestohlen, ihre Ehre wird mit Füssen getreten und ihre Kinder werden entwurzelt. Sie werden zur Zielscheibe entsetzlicher Verfolgungen und als Bürger zweiter Klasse betrachtet und müssen mit Rassismus und religiöser, sozialer und wirtschaftlicher Diskriminierung leben. All dieses Leid wird durch den puren Hass auf ihre Religion verursacht, das Christentum – ein Glaube, der für Frieden und Gemeinschaft zwischen allen Völkern eintritt.

Aufgrund dieser Entwicklungen wird die Aussicht auf einen Nahen Osten, der frei von Christen ist, zur Realität. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts lag der Anteil der Christen an der Gesamtbevölkerung der Region bei 20 Prozent. Heute sind es nur noch 4 Prozent, und sie verschwinden weiter. Rund 77 Prozent der irakischen Christen sind seit 2000 aus dem Land geflohen und Tausende wurden getötet. Von den 2 Millionen Christen, die einst in Syrien lebten, sind nur noch 250 000 übrig. Die christliche Bevölkerung in Bethlehem, dem Geburtsort Jesu Christus, ist seit der Übergabe der Regierungsgewalt an die palästinensische Behörde 1995 signifikant und kontinuierlich gesunken. Heute sind nur noch 2 Prozent der Bevölkerung in der Stadt christlich – und die Situation in Gaza ist unter der Kontrolle der Hamas noch gravierender.

Inmitten dieses Chaos existiert eine Insel der Vernunft, wo Christen nicht unterdrückt werden. Im gesamten Nahen Osten gibt es nur einen Ort, an dem sie geschützt sind und ihnen Religions- und Redefreiheit zugesichert werden. Dieser Ort ist der jüdische Staat Israel, das Land meiner Geburt. Juden und Christen leben in Israel in nachbarschaftlichem Frieden, nicht nur weil Jesus als Jude im jüdischen Bethlehem geboren und aufgewachsen ist, sondern auch, weil Frieden ein Wert und eine Vision ist, die wir teilen.

Christen sind in Israel ein wesentlicher Bestandteil des sozialen Gefüges und der Bevölkerung des Landes. Als Bürger sind wir bei Parlaments- und Kommunalwahlen berechtigt, zu wählen und gewählt zu werden. Wir können von einer exzellenten Bildung profitieren und sind als Studenten und Fakultätsangehörige im akademischen System gut vertreten. Wir sind unter dem Rechtssystem geschützt und als Anwälte und Richter sowie als Offiziere in Polizei und Militär tätig. Wir nehmen Anteil an jedem Bereich der israelischen Kultur und Industrie, und unsere verschiedenen Glaubensgemeinschaften können ihre Kirchen, Klöster und Heiligtümer in vollem Umfang frei verwalten und bewahren.

Die internationale Gemeinschaft sollte sich einer Tatsache bewusst sein: Falls das Morden Israel erreicht, werden Christen bald auch aus dem Heiligen Land vertrieben, der Wiege der Christenheit. Nur wenn wir für Israel und seine gerechte demokratische Regierung einstehen, kann das Fortbestehen der christlichen Gemeinschaft dort gesichert werden – eine Gemeinschaft, die anscheinend dazu bestimmt ist, der letzte Hort christlichen Lebens im Nahen Osten zu sein.

Mehr Themen finden Sie in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper